Wissen: Werkstattrat

Was ist der werkstattrat? Was darf er?

Wissen › Werkstattrat

Gerne wird der Werkstattrat mit dem Betriebsrat verglichen. Vom Grundsätzlichen her mag es wohl die Idee dahinter treffend beschreiben, jedoch liegen erhebliche Unterschiede zwischen diesen beiden Interessenvertretungen der Beschäftigten.

 

Einen Werkstattrat gibt es nur in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung (abgekürzt WfbM) für die dort im Arbeitsbereich tätigen Werkstattbeschäftigten. Die in der WfbM beschäftigten Arbeitnehmer werden durch einen Betriebsrat, in kirchlichen Einrichtungen durch eine Mitarbeitervertretung vertreten.. 

 

In den Werkstattrat können einzelne Beschäftigte der WfbM für vier Jahre gewählt werden. In vielen Dingen dürfen dann die Mitglieder des Werkstattrates mitwirken und mitbestimmen. 

 

Ein Werkstattrat kann:

werkstattrat

Mitwirken: Der Werkstattrat kann seine Ideen, seine Meinung, seine Vorstellungen und Konzepte der Geschäftsführung bzw. der Werkstattleitung vorlegen. Beide sprechen dann darüber, jedoch muss sich die Werkstattleitung danach nicht daran halten. Die Werkstatteitung kann alleine entscheiden.


mitbestimmen werkstattrat

Mitbestimmen: Die Werkstattleitung (Geschäftsführung) darf Entscheidungen erst nach Zustimmung durch den Werkstattrat treffen und umsetzen. Die Mitbestimmung ist noch sehr neu, bis 2017 gab es nur die Mitwirkung.


Mitwirken darf der Werkstattrat u.a. bei:

 

  • bei der Verwendung der Arbeitsergebnisse, also ganz konkret um die Verwendung des Geldes, das erwirtschaftet wurde.
  • dem Gesundheitsschutz: Was muss getan werden damit sicher gearbeitet werden kann und es nicht zu Unfällen kommt?
  • Erster-Arbeitsmarkt und Praktika: Der Werkstattrat kann hier zusammen mit der Geschäftsleitung überlegen wie Werkstatttätige Zugang zu Praktika bekommen und auf den Ersten-Arbeitsmarkt wechseln können.
  • und vielen weiteren Punkten.

Um Überhaupt mitwirken zu können ist es dabei wichtig, dass alle nötigen Informationen in der sogenannten „Leichten Sprache“ vorliegen. Damit ist sichergestellt, dass jeder die Informationen auch versteht und eine gute Entscheidung getroffen werden kann. 

Mitbestimmen darf der Werkstattrat u.a. bei:

  •  der Werkstattordnung (Hausordnung)
  • dem Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit
  • den Pausen
  • dem Fahrdienst
  • dem Urlaub
  • dem Essen, also der Verpflegung, dem Mittagessen, den Getränken…
  • der Fort- und Weiterbildung,
  • und vielen weiteren Punkten. 

Somit muss die Geschäftsführung einer Werkstatt sich regelmäßig mit dem Werkstattrat austauschen und die Zustimmung zu Entscheidungen einholen.


Hinweis: Dieser Artikel stellt kein verbindliches Rechtsgutachten oder eine Rechtsberatung dar. Jegliche Haftung ist ausgeschlossen.

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